60 Jahre Kriegerdenkmal Walkersbrunn

60 Jahre Kriegerdenkmal Walkersbrunn

Einweihung des Kriegerdenkmals durch Dekan Ackermann am 1. Mai 1957
Einweihung des Kriegerdenkmals durch Dekan Ackermann am 1. Mai 1957

Am 1. Mai 1957 weihte, nach der Kranzniederlegung durch den damaligen Vorsitzenden Förtsch aus Kasberg, der Gräfenberger Dekan Hans Ackermann (Bild) das Ehrenmal der „Soldatenkameradschaft Walkersbrunn & Umgebung“ mit folgenden Worten: 

Das Ehrenmal ist schlichter Dank für das, was die Gefallenen als lebendige Mauer für ihre Heimat getan haben. Das Kreuz davor soll immer an den erinnern, der für alle gestorben ist und damit allen unvergängliches Leben gebracht hat.

Auf den beiden Gedenktafeln stehen die 54 Namen der Gefallenen und Vermissten der Pfarrgemeinde Walkersbrunn in den beiden Weltkriegen- 14 waren es im ersten Weltkrieg und 40 im Zweiten: Kasberg hatte insgesamt 12, Pommer 15, Rangen und Schlichenreuth jeweils einen und Walkersbrunn 25, überwiegend junge Männer verloren.

Die Gedanktafeln am Kriegerdenkmal in Walkersbrunn
Die Gedanktafeln am Kriegerdenkmal in Walkersbrunn

Seit 60 Jahren gedenken an diesem Ehrenmal am Volkstrauertag im November und bei großen Festveranstaltungen, Bürger aus Kasberg, Pommer, Rangen, Schlichenreuth und Walkersbrunn, die Ortsvereine und die Spitzen der politischen Führung vor Ort offiziell unserer im Krieg zu Tode gekommen Soldaten und erinnern sich an die Ereignisse und Umstände, wie diese Menschen und noch viele andere vorzeitig und zwangsweise und unter oft furchtbaren Bedingungen zu Tode kamen oder zu einem Weiterleben mit Qualen gezwungen wurden. 

Bei diesen Gelegenheiten sind wir hier in Zentraleuropa dankbar für jetzt 72 Jahre Frieden und wünschen uns, dass uns und allen Menschen in der Welt ein ähnliches Los , wie das der hier als gefallenen oder vermisst vermerkten Soldaten unserer engeren Heimat, erspart bleibt.

Zum Nulltarif war und ist die Erfüllung dieses Wunsches nicht möglich. Sie verlangt Opfer z.B. an ehrenamtlich erbrachtem, persönlichen Einsatz für örtliche und überörtlich Gemeinschaftszwecke und engagierte Menschen in einen liberalen Staat, der aber auch gewährleistet, dass die allgemeinen Lebensbedingungen sozial sind, jeder nach seinen Fähigkeiten und Leistungen sein Auskommen findet und gewaltsame Fremdeinmischungen von innen und außen deswegen unwahrscheinlich erscheinen, weil Aufwand und Risiko für Aggressoren zu hoch sind. 

Sorge erscheint jedoch angebracht, weil die Geschichte lehrt , dass eine Gesellschaft, die die Maximierung des jeweiligen persönlichen Spaßes zum Hauptlebenszweck macht, ihre bis dato geordneten Lebensverhältnisse, also den Frieden im Land, nicht auf Dauer zu sichern vermag.

Das Walkersbrunner Kriegerdenkmal, haben Frau Renate Schmidt sowie Georg Escherich und der SKW-Ehrenvorstand Dettmar Kühlcke besonders hergerichtet. 

Zu Ehren und zum Andenken an die gefallenen und vermissten Soldaten beider Weltkriege der Pfarrgemeinde Walkersbrunn wurde eine dekorative Blumenschale aufgestellt. Der Ermreuther/Walkersbrunner Posaunenchor beschloß das feierliche Gedenken mit dem Lied „Vom guten Kameraden…“ des Tübinger Juristen und Germanisten Ludwig Uhland in der Vertonung seines Landsmannes Friedrich Silcher und der „Nationalhymne Deutschlands“ mit dem Text des Germanisten August Heinrich Hoffman von Fallersleben in der Vertonung von Joseph Haydn.

Festakt zum Gedenken an die gefallenen und vermissten Soldaten beider Weltkriege der Pfarrgemeinde Walkersbrunn
Festakt zum Gedenken an die gefallenen und vermissten Soldaten beider Weltkriege der Pfarrgemeinde Walkersbrunn

Im Anschluß begaben sich die Teilnehmer des Festaktes geschlossen zur Teilnahme am traditionellen Familienpfingstgottesdienst der Pfarrgemeinden von Ermreuth und Walkersbrunn im Freien unter Leitung von Pfarrer Dr. Malte Lippmann heuer zu den Themen Luthers 95 Thesenanschlag an der Schlosskirche von Wittenberg und der Erweiterung der Walkersbrunner Kirche vor 300 Jahren wegen des Andrangs der damaligen Menschen in und um Walkersbrunn. An die „Walkersbrunner Thesentür“ ließ er die Gedanken seiner Zuhörer zur Frage nageln, wie man die heute unterbesuchten christlichen Kirchen ähnlich wie vor 300 Jahren füllen könnte.

Autor
Jörg-Dietrich Schmidt
Walkersbrunn

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